Trauer um Udo Hofmann

Ende Januar 2021 erfuhren wir als Vorstand der „Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik“ sehr betroffen – vor allem bei jenen, die noch mit ihm gemeinsam arbeiten durften – vom Tod unseres langjährigen Vereins- und Vorstandmitglieds Dr. theol. Udo Hofmann. Er hat das Leben der „Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik“ mit seiner tiefen Spiritualität, seiner wissenschaftlich-theologischen Expertise und auch mit seinen praktischen Erfahrungen als Leiter eines großen Einkehrhauses enorm bereichert.

Allein seit 2002 haben wir dreimal in diesem wunderschönen „Einkehrhaus Stift Urach“ getagt und jedesmal – auch nachdem er 2006 in den Ruhestand versetzt wurde und die Einrichtung nicht mehr leitete – gelang es Udo Hofmann auf einmalige Art und Weise, uns den „Genius loci“ dieses bedeutsamen Ortes spätmittelalterlicher bzw. frühreformatorischer Frömmigkeit und Kultur nahe zu bringen. Diese innige Verbindung zu diesem Ort Bad Urach, in dem Udo Hofmann mit seiner Familie selbst lebte, war auch geprägt durch den thematischen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit zu Gabriel Biel (1410-1495), der als einer der „Brüder des gemeinsamen Lebens“ seit 1479 Propst in Urach und war.

In seinen Ruhestandsjahren waren Udo Hofmann die Geistlichen Exerzitien, das Herzensgebet und insgesamt spirituelle Übungswege vor allem wichtig. Für manche unserer Mitglieder bleiben seine zahlreichen diesbezüglichen Anleitungen auf unseren Jahrestagungen unvergessen.

Viele in unserer Gesellschaft werden sich noch erinnern an eine Predigt, die Udo Hofmann 2003 im Rahmen einer Jahrestagung im Erfurter Augustinerkloster gehalten hat zum Paulus-Wort „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Galater 2,20). Dieses Wort hat sich für ihn nun im Vollsinn erfüllt.